3 praktische Ansätze für digitales Risikomanagement

Leonard Off | 9. Februar 2021

Mit der Digitalisierung und Automatisierung bieten sich für Unternehmen heutzutage komplett neue Möglichkeiten. Auf der anderen Seite bieten digitalen Lösungen oft aber auch einige Gefahren, welche jedoch frühzeitig erkannt und behandelt werden können.

Risikomanagement ist keine neue Aufgabe, doch mit der Digitalisierung müssen sich Unternehmen heute zunehmend mehr mit digitalem Risikomanagement (DRM) auseinandersetzen. Dabei geht es vor allem um die Risikoeinschätzung digitaler Prozesse und Erkennung so wie Behandlung von Risikofaktoren wie Cybersecurity und Phishing-Mails.

Dieser Artikel soll drei praktische Ansätze bieten, die sofort im Unternehmen angewandt werden können, um das digitale Risiko zu minimieren.

1. Auf verschiedenen Ebenen arbeiten

DRM geschieht nicht nur auf der Managementebene. Auch Staaten und Länder versuchen die Risiken von digitalen Produkten und Services möglichst zu minimieren. Dabei stehen jedoch nicht die Unternehmen im Fokus, sondern die Konsument*innen. Beispielsweise wird durch die DSGVO unter anderem geregelt, wie die Daten einzelner User*innen verarbeitet und erhoben werden dürfen. Somit sollen die persönlichen Daten von Konsument*innen geschützt werden.

Auf der anderen Seite steht für Unternehmen die Minimierung des eigenen Risikos im Mittelpunkt. Doch auch hier spielen die einzelnen Personen eine wichtige Rolle. Mitarbeiter*innen tragen einen großen Teil zur Sicherheit eines Unternehmens bei – im positiven, aber auch im negativen. So sollte nicht nur auf die technische Infrastruktur Wert gelegt werden, sondern auch auf die Weiterbildung von Mitarbeiter*innen. So können Fortbildungen, beispielsweise im Bereich des Umgangs mit sensiblen Daten, ein großer Teil eines gelungenen DRM sein.

2. Horizon Scanning

Um Risiken bestmöglich zu vermeiden, ist es nötig diese frühzeitig zu erkennen. Eine Methode, um Veränderungen und somit mögliche Bedrohungen der Zukunft zu analysieren, nennt sich Horizon Scanning.

Einfach zusammengefasst ist der erste Schritt von Horizon Scanning den zeitlichen Rahmen von bestimmten Bereichen zu erkennen. So ist es wichtig zu definieren was konstant ist, was sich ändern wird und was sich stetig ändert. Als zweiten Schritt sollte man sich dann Gedanken machen, ob diese Veränderungen kurzfristig, mittelfristig oder langfristig sein können.

Dies ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt von Horizon Scanning, doch bereits die spezifische Auseinandersetzung mit den möglichen Entwicklungen und Veränderungen hilft, diese leichter zu beurteilen und Risiken schneller zu erkennen.

3. Externe Unterstützung

Als Alternative zu den zwei vorherigen Methoden ist es auch möglich sich externe Unterstützung in das eigene Unternehmen zu hohlen. Das Thema ist so relevant, dass es einige Anbieter*innen mit verschiedenen Services im Bereich DRM gibt.

Zum einen werden Workshops und Fortbildungen angeboten. Viele Cyber-Angriffe lassen sich nämlich oft nicht auf technischen Schwachstellen zurückführen, sondern auf Fehler von Menschen. Aufklärung über Phishing-Mails und den Umgang mit sensiblen Daten können zu mehr Vorsicht und somit einer höheren Sicherheit im Unternehmen führen.

Zum anderen lassen sich Cyber-Angriffe auch simulieren. Ein externes Unternehmen kann auf Sicherheitslücken im System aufmerksam machen, in dem es einen gezielten Cyber-Angriff durchführt. Dadurch lassen sich nicht erkannte Fehler und Lücken im System erkennen und können somit im nächsten Schritt behoben werden. Selbstverständlich entsteht bei dieser Methode kein realer Schaden für das Unternehmen.

Fazit

Zusammenfassend ist digitales Risikomanagement notwendig, um auf mögliche Bedrohungen frühzeitig zu reagieren. Horizon Scanning ist nur ein Beispiel von digitalem Risikomanagement auf der Managementebene. Zusätzlich sollten auch Mitarbeiter*innen für das Thema sensibilisiert werden, damit die Sicherheit im Unternehmen gewährleistet ist.

Die Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten, aber auch einige Gefahren. Mit einem guten digitalen Risikomanagement können diese aber abgewogen, frühzeitig erkannt und behandelt werden.

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Von Leonard Off